Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließt, achtet meist zuerst auf die Höhe der Rente und den monatlichen Beitrag. Das ist verständlich, denn schließlich soll der Versicherungsschutz bezahlbar bleiben.
Was viele jedoch nicht wissen: Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die sogenannten Überschüsse verwendet werden können. Genau hier steckt oft ein interessantes Potenzial.
Die Standardlösung: Sofort weniger Beitrag
Die meisten Versicherungsverträge nutzen die Überschüsse für eine sogenannte Sofortverrechnung.
Das bedeutet: Ein Teil der Überschüsse wird direkt mit dem Beitrag verrechnet. Dadurch zahlen Kunden monatlich weniger Versicherungsbeitrag.
Beispielsweise kann ein Tarif mit einem Bruttobeitrag von 125 Euro durch die Überschussverrechnung auf einen tatsächlichen Zahlbeitrag von rund 98 Euro reduziert werden.
Für viele Kunden wirkt das zunächst attraktiv, da die monatliche Belastung geringer ausfällt.
Die Alternative: Vermögensaufbau innerhalb der BU
Weniger bekannt ist eine andere Möglichkeit.
Statt die Überschüsse direkt mit dem Beitrag zu verrechnen, können diese in Investmentfonds angelegt werden. Die monatliche Versicherungsprämie bleibt dann höher, gleichzeitig entsteht jedoch ein zusätzliches Kapitalpolster.
Bleibt der Versicherte bis zum Vertragsende gesund und muss keine Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen, kann daraus eine beachtliche Auszahlung entstehen.
Je nach Laufzeit und Fondsentwicklung kommen hier durchaus mehrere zehntausend Euro zusammen.
Das Besondere: Steuerfreie Auszahlung
Ein weiterer interessanter Aspekt wird häufig übersehen:
Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Auszahlung aus dieser Überschussverwendung steuerfrei erfolgen.
Dadurch kann das tatsächliche Endkapital deutlich höher ausfallen als bei einer vergleichbaren separaten Geldanlage.
Was passiert im Leistungsfall?
Wird während der Laufzeit tatsächlich eine Berufsunfähigkeit festgestellt, übernimmt der Versicherer in der Regel die Beiträge.
Da dann keine weiteren Überschüsse mehr erwirtschaftet werden, fällt die spätere Auszahlung entsprechend geringer aus.
Der eigentliche Zweck der Versicherung bleibt jedoch vollständig erhalten: die Absicherung des laufenden Einkommens durch die vereinbarte BU-Rente.
Welche Lösung ist die richtige?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Für manche Kunden ist ein möglichst niedriger Monatsbeitrag entscheidend. Andere möchten die Chance nutzen, über die Überschüsse zusätzlich Vermögen aufzubauen.
Wichtig ist deshalb, beide Varianten miteinander zu vergleichen und die Vor- und Nachteile transparent darzustellen.
Unser Fazit
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist weit mehr als nur ein Schutz für den Ernstfall.
Je nach Tarif können zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten sinnvoll sein, die viele Versicherte gar nicht kennen. Deshalb lohnt sich eine individuelle Beratung, bei der nicht nur der Beitrag, sondern auch die langfristigen Auswirkungen verschiedener Überschussverwendungen betrachtet werden.
Wer die Unterschiede kennt, kann eine Entscheidung treffen, die besser zu den eigenen Zielen und Wünschen passt.
Sie möchten wissen, welche Überschussverwendung bei Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist?
Gerne prüfe ich gemeinsam mit Ihnen die verfügbaren Möglichkeiten und zeige transparent auf, welche Auswirkungen die verschiedenen Varianten auf Beitrag, Leistung und mögliche Ablaufwerte haben.
Sprechen Sie mich einfach an.