Vom Mieter zum Eigentümer: Die Hürden sind höher – aber der Traum vom Eigenheim bleibt realistisch
Viele Menschen träumen von den eigenen vier Wänden.
Gleichzeitig höre ich heute immer häufiger:
„Kann ich mir eine Immobilie überhaupt noch leisten?“
Die Sorgen sind nachvollziehbar.
Immobilienpreise, gestiegene Bauzinsen, Kaufnebenkosten und strengere Anforderungen bei der Kreditvergabe haben den Weg ins Eigenheim in den vergangenen Jahren anspruchsvoller gemacht.
Aber meine klare Botschaft lautet:
Die Hürden sind höher geworden – unmöglich ist Wohneigentum deshalb noch lange nicht.
Was heute wichtiger geworden ist, ist eine gute Vorbereitung.
Denn der Weg zur eigenen Immobilie beginnt aus meiner Sicht nicht erst dann, wenn auf einem Immobilienportal das Traumhaus auftaucht.
Er beginnt viel früher.
Erst die Finanzierung – dann die Immobilie
Einer der häufigsten Fehler ist, zuerst nach Häusern oder Wohnungen zu suchen und sich erst anschließend mit der Finanzierung zu beschäftigen.
Ich würde es genau andersherum machen.
Zunächst sollten wir gemeinsam klären:
Wo stehe ich heute?
Was kann ich mir wirklich leisten?
Und was muss ich möglicherweise noch verändern, damit mein Immobilienwunsch realistisch wird?
Daraus entsteht ein persönlicher Fahrplan.
Vielleicht ist der Kauf sofort möglich.
Vielleicht brauchen wir sechs Monate.
Vielleicht zwei oder drei Jahre.
Beides ist vollkommen in Ordnung.
Entscheidend ist, dass Sie wissen, welcher Weg vor Ihnen liegt.
Eigenkapital wird wieder wichtiger
Natürlich sind auch Finanzierungen mit wenig Eigenkapital grundsätzlich möglich.
Aber je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto größer ist in der Regel der finanzielle Spielraum.
Eigenkapital kann:
-
die benötigte Darlehenssumme reduzieren
-
bessere Finanzierungskonditionen ermöglichen
-
die monatliche Rate entlasten
-
und zusätzliche Sicherheit schaffen
Deshalb gehört zu einer guten Immobilienstrategie auch ein klarer Sparplan.
Und damit meine ich nicht:
„Irgendwann müsste ich mal anfangen zu sparen.“
Sondern:
Wie viel brauche ich? Bis wann brauche ich es? Und wie erreiche ich dieses Ziel?
Genau dadurch wird aus einem Wunsch ein konkreter Plan.
Kleine Kredite können zum großen Hindernis werden
Ein Punkt wird häufig unterschätzt.
Ratenkredite, Autofinanzierungen, Leasingraten oder andere laufende Verpflichtungen reduzieren den finanziellen Spielraum bei einer Immobilienfinanzierung.
Vielleicht kostet ein Kredit monatlich „nur“ 300 oder 400 Euro.
Bei einer Baufinanzierung können genau diese 300 oder 400 Euro aber darüber entscheiden, ob eine gewünschte Immobilie finanzierbar ist oder nicht.
Deshalb schaue ich gemeinsam mit meinen Kunden nicht nur darauf, welches Einkommen vorhanden ist.
Wir betrachten die gesamte finanzielle Situation:
Einnahmen, Ausgaben, bestehende Kredite, Sparverhalten, Eigenkapital und zukünftige Ziele.
Manchmal bedeutet ein guter Fahrplan deshalb auch:
Erst einen bestehenden Kredit zurückzahlen – und anschließend die Immobilie angehen.
Mein Tipp: Probieren Sie Ihre zukünftige Immobilienrate einfach aus
Eine Methode finde ich besonders wirkungsvoll:
„Probewohnen.“
Angenommen, Sie zahlen heute 1.000 Euro Miete.
Die zukünftige Belastung aus einer Immobilienfinanzierung würde beispielsweise bei 1.500 Euro liegen.
Dann versuchen Sie einige Monate lang, die Differenz von 500 Euro konsequent zur Seite zu legen.
Damit erreichen Sie gleich zwei Dinge.
Erstens bauen Sie zusätzliches Eigenkapital auf.
Und zweitens erleben Sie ganz praktisch:
Wie fühlt sich meine zukünftige monatliche Belastung eigentlich an?
Bleibt trotzdem genügend Geld für Urlaub, Freizeit, Auto, Rücklagen und das normale Leben?
Wenn das problemlos funktioniert, ist das ein gutes Zeichen.
Wenn es jeden Monat schwierig wird, wissen wir frühzeitig, dass wir an der Planung noch etwas verändern sollten.
Das ist deutlich besser, als diese Erkenntnis erst nach dem Immobilienkauf zu bekommen.
Bonität entsteht nicht erst beim Kreditantrag
Auch das eigene Zahlungsverhalten spielt bei einer späteren Finanzierung eine wichtige Rolle.
Banken schauen nicht nur auf das Einkommen.
Sie beurteilen die gesamte wirtschaftliche Situation.
Deshalb sollte die Vorbereitung auf Wohneigentum auch bedeuten:
Verbindlichkeiten im Blick behalten, Kontoüberziehungen möglichst vermeiden, bestehende Kredite strategisch reduzieren und kontinuierlich Rücklagen bilden.
Gute Bonität entsteht über Zeit.
Und genau deshalb kann es sinnvoll sein, bereits Jahre vor einem geplanten Kauf mit der Vorbereitung zu beginnen.
Bausparen als Baustein für die Zukunft
Bausparen spielt für mich in diesem Fahrplan weiterhin eine wichtige Rolle.
Nicht unbedingt deshalb, weil ein Bausparvertrag das Produkt mit der höchsten Sparrendite sein muss.
Seine besondere Stärke liegt an einer anderen Stelle:
Sie können sich bereits heute einen Darlehenszins für eine zukünftige Immobilienfinanzierung sichern.
Gerade wenn der Immobilienkauf vielleicht erst in fünf, sieben oder zehn Jahren geplant ist, weiß niemand, wo die Bauzinsen dann stehen werden.
Ein Bausparvertrag kann deshalb gleichzeitig zwei Aufgaben übernehmen:
Eigenkapital aufbauen und zukünftige Zinsen absichern.
Und selbstverständlich kann daneben auch ein anderer Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau sinnvoll sein.
Es geht nicht darum, alles auf ein einziges Produkt zu setzen.
Es geht um eine vernünftige Strategie.
Der Immobilienwunsch braucht einen Fahrplan
Genau das ist für mich der wichtigste Gedanke aus unserem Experten-Talk:
Nicht fragen: „Kann ich mir heute eine Immobilie leisten?“
Sondern:
„Was muss ich tun, damit ich mir meine Immobilie leisten kann?“
Das verändert die gesamte Perspektive.
Vielleicht lautet der Fahrplan:
Ratenkredit ablösen.
Monatlich 500 Euro zusätzlich sparen.
Bausparvertrag für zukünftige Zinssicherheit aufbauen.
Kaufnebenkosten ansparen.
Bonität verbessern.
Und in zwei Jahren die Finanzierung erneut prüfen.
Plötzlich wird aus einem scheinbar unerreichbaren Traum ein konkretes Projekt.
Nicht bis zum Traumhaus warten
Das ist deshalb auch mein Rat an Menschen, die sagen:
„Wir möchten irgendwann einmal eine Immobilie kaufen.“
Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt für das erste Finanzierungsgespräch.
Nicht erst, wenn bereits ein Makler auf eine Finanzierungsbestätigung wartet.
Je früher wir uns zusammensetzen, desto mehr Möglichkeiten haben wir.
Und vielleicht lautet das Ergebnis sogar:
Sie können heute schon kaufen.
Oder wir entwickeln gemeinsam den Weg dorthin.
Beides ist wertvoll.
Mein Fazit
Ja, der Weg vom Mieter zum Eigentümer ist anspruchsvoller geworden.
Aber Wohneigentum bleibt für viele Menschen erreichbar.
Was sich verändert hat, ist vor allem die Bedeutung der Vorbereitung.
Eigenkapital, Sparverhalten, Bonität, bestehende Verpflichtungen, Zinssicherung und eine realistische monatliche Belastung müssen heute stärker zusammenspielen.
Deshalb lautet mein Ansatz:
Nicht erst finanzieren, wenn die Immobilie gefunden wurde – sondern die Immobilie frühzeitig finanziell vorbereiten.
Mit einem klaren Fahrplan wird aus:
„Vielleicht irgendwann einmal …“
ein
„So kommen wir Schritt für Schritt ins eigene Zuhause.“
Genau darüber spreche ich auch in meinem aktuellen Experten-Talk:
„Vom Mieter zum Eigentümer: Warum die Hürden höher geworden sind – und wie ein Fahrplan hilft.“
Wenn Sie den Wunsch nach einer eigenen Immobilie haben – egal ob heute, in zwei Jahren oder vielleicht erst später – lassen Sie uns frühzeitig darüber sprechen.
Gemeinsam schauen wir, wo Sie heute stehen und wie Ihr persönlicher Weg ins Eigenheim aussehen kann.