Markets Update September 2025 – Optimismus an den Märkten trotzt geldpolitischer Unsicherheit

Autor : Petra Burandt
08. Oktober 2025
Markets Update September 2025 – Optimismus an den Märkten trotzt geldpolitischer Unsicherheit

Bad Homburg, 23.09.2025, von Dr. Eduard Baitinger

  • Zinssenkung in den USA: Gute Chancen auf ein freundliches Marktumfeld zum Jahresende.
  • Eurozone vorerst stabil: Die politische Krise in Frankreich beeindruckt die Märkte bisher wenig.
  • Goldpreis im Aufwind: Gold ist überkauft, dürfte aber gefragt bleiben.

Nach einer längeren Pause hat die Fed wie erwartet den Leitzins gesenkt und den Marktteilnehmern zwei weitere Zinsschritte in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Die weltweit tonangebende Notenbank setzt damit ihren zuvor pausierten Zinssenkungszyklus fort und schafft ein geldpolitisch freundlicheres Umfeld für Investoren zum Jahresende. Die Chancen auf einen positiven Jahresausklang stehen deshalb sehr gut. Für das kommende Jahr prognostiziert die Fed allerdings deutlich weniger Zinsschritte, als die Marktteilnehmer zuletzt erwartet hatten. Der freundlichen Stimmung an den Börsen tat dies jedoch keinen Abbruch. Denn ab Mai 2026 wird voraussichtlich ein neuer Notenbankchef das Ruder übernehmen. Dieser dürfte taubenhafter agieren als der derzeit noch amtierende Jerome Powell.

Auch von der politischen Krise in Frankreich ließen sich die Marktteilnehmer nicht nachhaltig beeindrucken. Erneut ist in Frankreich ein Regierungschef daran gescheitert, den Kurs des Landes auf einen fiskalpolitisch nachhaltigeren Pfad zu bringen. Mittlerweile steht bereits der fünfte Regierungschef seit 2022 im Amt und das Land entwickelt sich zunehmend zum Sorgenkind der Eurozone. In absoluten Zahlen weist Frankreich die höchste Verschuldung der Währungsunion auf, während ernsthafte Sparmaßnahmen und Reformen politisch wie gesellschaftlich kaum durchsetzbar sind. Im Falle einer echten Schuldenkrise und dem Verlust des Zugangs zum Anleihemarkt wären andere EU-Staaten kaum in der Lage, ein Rettungspaket für Frankreich zu schnüren – die benötigten Summen wären schlicht zu groß. In letzter Konsequenz käme wohl nur eine direkte Intervention der Europäischen Zentralbank in Betracht. Nicht überraschend zählen die Risikoaufschläge für französische Staatsanleihen inzwischen zu den höchsten innerhalb der Eurozone.

Noch deutet allerdings wenig auf eine ausgewachsene Krise in der Eurozone hin. Insgesamt bewegen sich die Risikoprämien auf Staatsanleihen der Euro-Staaten trotz partieller Anstiege nach wie vor auf historisch tiefen Niveaus. Die jüngsten Auktionen französischer sowie anderer europäischer Staatsanleihen verliefen reibungslos. Auch die Aktienmärkte in Europa haben die politischen Turbulenzen bislang gut verkraftet. Setzt Frankreich allerdings keine substanziellen Reformen um, dürfte die Geduld der Märkte früher oder später schwinden und die Investoren das Land über deutlich steigende Aufschläge disziplinieren.

Goldpreis weiter mit Aufwärtstendenz

Der Goldpreis gehörte zu den Hauptprofiteuren der jüngsten Ereignisse. Neben der politischen Krise in Frankreich und den damit verbundenen Sorgen um die Stabilität öffentlicher Haushalte in der Eurozone trug auch die Zinssenkung der Fed, die von wiederholten Angriffen auf die Unabhängigkeit der Notenbank begleitet wurde, zu den neuerlichen Avancen beim Goldpreis bei. Mit einer Performance von über 40 Prozent seit Jahresbeginn hat das Edelmetall die globalen Finanzmärkte deutlich übertroffen. Kurzfristig ist Gold überkauft und der Preisanstieg dürfte sich kaum im selben Tempo fortsetzen. Das grundsätzliche Umfeld bleibt allerdings goldfreundlich: Anhaltende Zweifel an der Unabhängigkeit der Fed und damit das erodierende Vertrauen in den US-Dollar, hohe globale Staatsschulden sowie langfristig steigende geopolitische Spannungen sprechen gegen eine grundsätzliche Trendumkehr beim Goldpreis.

 

Über Dr. Eduard Baitinger

Dr. Eduard Baitinger ist seit 2015 Leiter Asset Allocation der FERI AG. Unter der Gesamtverantwortung des CIO der FERI Gruppe, Dr. Marcel V. Lähn, ist Dr. Baitinger für die quantitative Asset Allocation im CIO Office und diverse Publikationen zur Einschätzung der internationalen Finanzmärkte verantwortlich.

Vor seiner Tätigkeit bei FERI war Dr. Baitinger wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen und Finanzanalyst bei einem Asset Manager. 2010 schloss er sein Studium an der Universität Bremen, begleitet von einem Auslandsaufenthalt in New York, als Diplom Ökonom ab. 2014 promovierte Eduard Baitinger mit Auszeichnung über neue Ansätze für das quantitative Asset Management. Dr. Baitinger publiziert regelmäßig in akademischen Fachzeitschriften und fungiert als akademischer Gutachter.

Über FERI

Die FERI Gruppe mit Hauptsitz in Bad Homburg wurde 1987 gegründet und hat sich zu einem der führenden Multi Asset-Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt. Für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen bietet FERI maßgeschneiderte Lösungen in den Geschäftsfeldern:

Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung.

Derzeit betreut FERI zusammen mit MLP ein Vermögen von 63,9 Mrd. Euro, darunter 18,6 Mrd. Euro Alternative Investments. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg weitere Standorte in Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Luxemburg, Wien und Zürich.

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