Viele Anleger erzielen mit ihren Fonds langfristig weniger Rendite als die Fonds selbst. Die Morningstar-Studie „Mind the Gap“ macht diese Verhaltenslücke sichtbar: Untersucht wurden rund 23.000 US-Fonds und ETFs. Über zehn Jahre bis Ende 2025 erzielten die Fonds im Durchschnitt 9,9 % Rendite pro Jahr. Die tatsächliche Anlegerrendite lag bei 8,7 % p.a. – eine Differenz von 1,2 Prozentpunkten.
Was zunächst nach einem kleinen Abstand klingt, kann langfristig erheblich sein. Bei einer einmaligen Anlage von 100.000 € würden sich nach zehn Jahren bei 9,9 % jährlich rund 257.026 € ergeben. Bei 8,7 % wären es rund 230.301 €. Der Unterschied beträgt damit etwa 26.725 €.
Die Ursachen liegen häufig nicht in der Fondsauswahl, sondern im Verhalten: Anleger investieren nach starken Kursanstiegen, verkaufen in schwachen Marktphasen, pausieren aus Unsicherheit ihre Sparpläne oder wechseln in zuletzt besser gelaufene Anlagen. Dieses sogenannte Performance-Chasing kann die persönliche Rendite deutlich beeinträchtigen.
Eine klare, regelbasierte Anlagestrategie kann helfen, emotionale Entscheidungen zu reduzieren. Dazu gehören beispielsweise ein langfristiger Anlageplan, kontinuierliches Investieren, feste Regeln für das Rebalancing und eine regelmäßige Überprüfung der eigenen Risikotragfähigkeit. Auch ein unabhängiges Verhaltenscoaching kann in turbulenten Marktphasen unterstützen.
Die Zahlen beziehen sich auf US-Fonds und ETFs. Der grundsätzliche Zusammenhang zwischen Anlegerverhalten und Anlageergebnis ist jedoch auch für langfristige Anlageentscheidungen in Deutschland relevant.