Was ist ein Bausparvertrag – und warum ist Bausparen heute wieder so wichtig?
Ein Bausparvertrag ist im Grunde eine Kombination aus Sparen und späterer Finanzierung.
In der ersten Phase bauen Sie Guthaben auf. Gleichzeitig sichern Sie sich bereits beim Abschluss die Konditionen für ein späteres Bauspardarlehen.
Genau darin liegt für mich heute einer der größten Vorteile:
Sie sichern sich heute einen Darlehenszins für eine Finanzierung, die Sie vielleicht erst in einigen Jahren benötigen.
Und gerade in Zeiten schwankender Bauzinsen kann diese Sicherheit enorm wertvoll sein.
Bausparen ist alles andere als ein Auslaufmodell
Manchmal hört man:
„Bausparen ist doch etwas von früher.“
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache.
Nach Angaben des Verbands der Privaten Bausparkassen wurden über die deutschen Bausparkassen im Jahr 2024 rund 40 Milliarden Euro für die Wohnungsbaufinanzierung ausgezahlt. Damit gehören Bausparkassen weiterhin zu den vier größten Finanzierungsgruppen im deutschen Wohnungsbau.
Zum Vergleich: Insgesamt wurden in Deutschland 2024 rund 268,6 Milliarden Euro zur Wohnungsbaufinanzierung ausgereicht.
Bausparen spielt damit weiterhin eine erhebliche Rolle bei der Finanzierung von Wohneigentum, Modernisierungen und Anschlussfinanzierungen.
Und der eigentliche Nutzen zeigt sich gerade jetzt:
Bei den Landesbausparkassen ist die Nachfrage nach klassischen Bauspardarlehen seit der Zinswende deutlich gestiegen. Allein die LBS Süd bewilligte 2025 rund 1,8 Milliarden Euro Bauspardarlehen.
Das zeigt ziemlich deutlich:
Wenn die Marktzinsen steigen, wird ein früher gesicherter Bausparzins plötzlich richtig interessant.
Der wichtigste Vorteil: Zinsen von morgen heute sichern
Bei einer klassischen Immobilienfinanzierung vereinbaren Sie häufig eine Zinsbindung von zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren.
Was danach passiert, weiß heute niemand.
Wie hoch sind die Zinsen dann?
3 Prozent?
5 Prozent?
6 Prozent?
Niemand kann das seriös vorhersagen.
Bei einem Bausparvertrag steht der Darlehenszins dagegen bereits bei Vertragsabschluss fest.
Die Bausparkasse Mainz beschreibt diesen Vorteil selbst klar: Der Sollzins des späteren Bauspardarlehens wird schon bei Abschluss des Vertrags vereinbart und ist damit unabhängig davon, wie sich der Kapitalmarkt später entwickelt.
Genau deshalb sehe ich einen Bausparvertrag nicht einfach als Sparanlage.
Ich sehe ihn als eine Art Zinsversicherung für die Zukunft.
BKM: weiterhin sehr attraktive Darlehenskonditionen
Bei der Bausparkasse Mainz wurde der Tarif HausPlus von ntv beziehungsweise FMH als „Bester Bauspar-Tarif“ ausgezeichnet. Bewertet wurden unter anderem Kosten, Zinsen in Spar- und Darlehensphase sowie die Flexibilität bei der Tilgung.
Im Tarifwerk der BKM wurden beziehungsweise werden – abhängig von Tarifvariante und Voraussetzungen – sehr niedrige fest vereinbarte Darlehenszinsen angeboten. Die konkrete Kondition hängt selbstverständlich vom gewählten Tarif und vom jeweiligen Vertragsmodell ab.
Das Entscheidende ist für mich aber weniger die einzelne Zahl.
Entscheidend ist, dass Sie heute wissen können, welche Konditionen Ihnen später zur Verfügung stehen.
Bausparen oder ETF?
Gerade jüngere Menschen sagen mir häufig:
„Warum soll ich Geld in einen Bausparvertrag einzahlen? Mit einem ETF kann ich doch langfristig eine deutlich höhere Rendite erzielen.“
Und die Antwort lautet:
Das kann absolut richtig sein.
Ein breit gestreuter ETF kann langfristig ein sehr guter Baustein für Vermögensaufbau sein.
Aber ETF und Bausparvertrag erfüllen zwei vollkommen unterschiedliche Aufgaben.
Ein ETF ist in erster Linie eine Kapitalanlage mit Renditechance und gleichzeitig entsprechenden Kursschwankungen.
Ein Bausparvertrag dient dagegen vor allem dem planbaren Aufbau von Eigenkapital und der Sicherung eines zukünftigen Darlehenszinses.
Deshalb muss die Frage aus meiner Sicht überhaupt nicht lauten:
ETF oder Bausparvertrag?
Viel sinnvoller kann die Frage sein:
Wie kombiniere ich beides vernünftig?
Meine bevorzugte Strategie: Sicherheit und Renditechance kombinieren
Nehmen wir einen jungen Menschen, der vielleicht in fünf, sieben oder zehn Jahren eine Immobilie kaufen möchte.
Dann kann eine sinnvolle Strategie beispielsweise so aussehen:
Ein Teil des monatlichen Sparbetrags fließt in einen Bausparvertrag.
Damit wird planbar Eigenkapital aufgebaut und gleichzeitig der Darlehenszins für die Zukunft gesichert.
Ein weiterer Teil kann in einen breit gestreuten ETF investiert werden.
Damit besteht zusätzlich die Chance, langfristig Vermögen aufzubauen.
So verfolgt man zwei Ziele gleichzeitig:
Sicherheit auf der einen Seite – Renditechance auf der anderen.
Das gefällt mir wesentlich besser, als alles auf eine einzige Karte zu setzen.
Warum ausschließlich ETF auch ein Risiko haben kann
Aktienmärkte entwickeln sich langfristig historisch betrachtet positiv.
Aber sie steigen nicht in einer geraden Linie.
Es gibt immer wieder deutliche Rückgänge.
Und genau hier liegt ein Problem, wenn das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird.
Stellen Sie sich vor:
Sie haben über mehrere Jahre Eigenkapital über einen ETF aufgebaut.
Dann finden Sie endlich Ihre Wunschimmobilie.
Und genau sechs Monate vorher brechen die Börsen deutlich ein.
Plötzlich fehlen vielleicht 15, 20 oder 30 Prozent des geplanten Eigenkapitals.
Natürlich können sich die Märkte anschließend wieder erholen.
Aber die Immobilie wartet möglicherweise nicht darauf.
Zeitpunkt und Verfügbarkeit des Geldes spielen beim Immobilienkauf eine ganz andere Rolle als beim langfristigen Vermögensaufbau.
Deshalb würde ich Geld, das definitiv kurzfristig für einen Immobilienkauf benötigt wird, nicht vollständig dem Aktienmarktrisiko aussetzen.
Ein Bausparvertrag kann mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen
Ein sinnvoll gestalteter Bausparvertrag kann unterschiedliche Funktionen übernehmen:
-
Aufbau von Eigenkapital
-
Sicherung eines Darlehenszinses für die Zukunft
-
Baustein einer späteren Immobilienfinanzierung
-
Absicherung einer Anschlussfinanzierung
-
Finanzierung von Modernisierungen
-
energetische Sanierungen
-
Renovierungen und Umbauten
-
Nutzung möglicher staatlicher Förderungen
Je nach persönlichen Voraussetzungen können beispielsweise Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage hinzukommen.
Gerade für jüngere Menschen kann deshalb ein frühzeitig abgeschlossener Vertrag interessant sein.
Denn der große Vorteil ist Zeit.
Je früher ich anfange, desto entspannter kann ich Eigenkapital und Finanzierung aufbauen.
Bausparen innerhalb einer Immobilienfinanzierung
Auch bei einer bereits bestehenden Immobilienfinanzierung kann ein Bausparvertrag sinnvoll sein.
Ein Beispiel:
Heute wird eine Finanzierung für zehn Jahre festgeschrieben.
Nach Ablauf dieser zehn Jahre besteht noch eine erhebliche Restschuld.
Wenn der zukünftige Finanzierungszins nicht abgesichert wurde, hängt die neue monatliche Belastung vom dann herrschenden Zinsniveau ab.
Ein parallel aufgebauter Bausparvertrag kann einen Teil dieser Restschuld später zu bereits heute vereinbarten Konditionen ablösen.
Damit lässt sich ein zukünftiges Zinsrisiko reduzieren.
Genau das verstehe ich unter strategischer Finanzierung.
Nicht nur schauen, welche Rate heute herauskommt.
Sondern bereits heute überlegen:
Was passiert in zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren?
Mein Fazit
Bausparen ist heute für mich weniger denn je ein reines Sparprodukt.
Bausparen ist ein strategisches Instrument innerhalb einer langfristigen Immobilien- und Finanzierungsplanung.
Wer weiß, dass Wohneigentum irgendwann ein Thema werden könnte, kann frühzeitig drei Dinge miteinander verbinden:
Eigenkapital aufbauen.
Fördermöglichkeiten nutzen.
Zinsen für die Zukunft sichern.
Und wer zusätzlich langfristig Vermögen aufbauen möchte, kann einen Bausparvertrag durchaus mit einem breit gestreuten ETF kombinieren.
Es geht nicht darum, welches Produkt „besser“ ist.
Es geht darum, welches Instrument welchen Zweck erfüllen soll.
Mein Grundsatz dabei:
Nicht alles auf eine Karte setzen.
Renditechancen nutzen – aber gleichzeitig die Finanzierung der eigenen vier Wände planbar machen.
Denn wenn die Wunschimmobilie irgendwann vor Ihnen steht, ist eines besonders wertvoll:
Zu wissen, dass ein Teil der Finanzierung bereits heute vorbereitet und der zukünftige Darlehenszins gesichert ist.