Die aktuellen Zahlen sind ernüchternd:
2026 sollen nur noch rund 185.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Auch für 2027 und 2028 rechnet das ifo Institut mit lediglich etwa 195.000 Wohnungen pro Jahr.
Vom politischen Ziel von 320.000 bis 400.000 Wohnungen jährlich sind wir damit noch weit entfernt.
Doch das eigentliche Problem liegt tiefer:
Bauen in Deutschland ist zu teuer, zu kompliziert und zu unsicher geworden.
Hohe Baukosten, deutlich gestiegene Finanzierungskosten, wechselnde Förderbedingungen und immer anspruchsvollere Baustandards führen dazu, dass sich viele Bauprojekte trotz vorhandener Nachfrage wirtschaftlich schlicht nicht mehr rechnen.
Genau deshalb greift auch der sogenannte Bau-Turbo zu kurz.
Denn was bringt eine schnellere Baugenehmigung, wenn das genehmigte Mehrfamilienhaus anschließend nur zu Mietpreisen realisiert werden kann, die sich viele Haushalte gar nicht leisten können?
Was wir brauchen, ist weniger Perfektion und mehr Pragmatismus:
👉 Einfachere und verlässlichere Baustandards
👉 Rechtliche Absicherung des Gebäudetyps E
👉 Serielle und standardisierte Bauweisen
👉 Niedrigere Projekt- und Transaktionskosten
👉 Günstigere Grundstücke
👉 Verlässliche Rahmenbedingungen statt ständig wechselnder Förderprogramme
Der vielleicht wichtigste Punkt:
Die Politik muss wieder akzeptieren, dass bezahlbares Bauen auch bedeutet, auf einem vernünftigen Basisniveau zu bauen.
Wir können nicht gleichzeitig immer höhere Anforderungen an Gebäude stellen, zusätzliche Regulierungen schaffen und uns anschließend darüber wundern, dass zu wenig gebaut wird und die Wohnungen immer teurer werden.
Wohnungsmangel ist längst nicht mehr nur ein soziales Problem. Er wird zunehmend auch zu einem ernsthaften Standortproblem für Deutschland.