Selbstständig geworden – welche Versicherungen brauchen Sie jetzt wirklich?

Autor : Tobias Riefe
11. August 2026
Selbstständig geworden – welche Versicherungen brauchen Sie jetzt wirklich?

Kurzbeschreibung:
Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit verändern sich Einkommen, Verantwortung und persönliche Absicherung grundlegend. Welche Versicherungen jetzt wirklich wichtig sind, hängt von Ihrer Tätigkeit und Lebenssituation ab – entscheidend ist deshalb die richtige Reihenfolge statt möglichst vieler Verträge.

Selbstständig – und plötzlich selbst für die Absicherung verantwortlich

„Welche Versicherungen brauche ich als Selbstständiger?“ Diese Frage gehört für viele Freiberufler und Unternehmer zu den ersten Themen nach der Gründung. Wer zuvor angestellt war, stellt schnell fest: Vieles, was bisher automatisch über Arbeitgeber und Sozialversicherung organisiert war, muss nun selbst entschieden werden.

Das Angebot ist groß. Berufshaftpflicht, Betriebshaftpflicht, Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankenversicherung, Krankentagegeld, Rechtsschutz, Cyberversicherung oder Altersvorsorge – schnell entsteht der Eindruck, alles sei gleichzeitig wichtig.

Das ist selten der richtige Ansatz.

Wer nach einem Finanzberater in Hamburg, einer Finanzberatung aus Hamburg oder einem Versicherungsmakler für Hamburg sucht, sollte deshalb nicht zuerst nach möglichst vielen Produkten fragen. Sinnvoller ist eine andere Frage:

Welche finanziellen Risiken könnten meine Selbstständigkeit oder meinen privaten Lebensstandard ernsthaft gefährden?

Genau dort sollte die Planung beginnen.

1. Haftungsrisiken: Was passiert, wenn Sie einen Fehler machen?

Bei Angestellten trägt die beruflichen Risiken der Arbeitgeber. Als Selbstständiger können Fehler dagegen unmittelbar das eigene Unternehmen treffen.

Welche Haftpflichtversicherung sinnvoll ist, hängt stark von Ihrer Tätigkeit ab. Bei einem Ingenieur können beispielsweise andere Risiken entstehen als bei einem IT-Berater, Unternehmensberater oder freiberuflichen Trainer. Gerade bei beratenden Tätigkeiten können neben Personen- und Sachschäden auch echte Vermögensschäden relevant sein.

Für bestimmte Berufe bestehen zudem gesetzliche oder berufsrechtliche Vorgaben. Eine pauschale Aussage wie „Jeder Selbstständige braucht dieselbe Betriebshaftpflicht“ wäre deshalb falsch.

Gerade für IT-Dienstleister weist beispielsweise auch das Existenzgründungsportal des Bundes darauf hin, dass echte Vermögensschäden durch Beratungs- oder Programmierfehler ein wesentliches Haftungsrisiko darstellen können.

Deshalb sollte zunächst Ihre konkrete Tätigkeit analysiert werden: Was tun Sie für Ihre Kunden? Welche Schäden könnten daraus entstehen? Wie hoch könnten diese sein? Erst danach lässt sich der passende Versicherungsschutz bestimmen.

2. Krankheit: Wer bezahlt Ihre laufenden Kosten, wenn Sie nicht arbeiten können?

Für Selbstständige ist Krankheit doppelt problematisch. Neben den Behandlungskosten kann auch das Einkommen ausfallen.

Deshalb gehört die Krankenversicherung zu den zentralen Entscheidungen beim Start in die Selbstständigkeit. Je nach Ausgangssituation kommen eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung oder eine private Krankenversicherung infrage. Freiwillige Mitglieder der GKV können grundsätzlich auch in die PKV wechseln.

Dabei sollte die Entscheidung nicht allein über den aktuellen Monatsbeitrag getroffen werden. Familienplanung, Leistungswünsche, Einkommensentwicklung und die langfristige Beitragsbelastung gehören ebenfalls dazu.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Privaten Krankenversicherung.

Mindestens ebenso wichtig ist der Einkommensausfall bei längerer Krankheit. Bei freiwillig gesetzlich versicherten Selbstständigen besteht beim ermäßigten Beitragssatz grundsätzlich kein gesetzlicher Krankengeldanspruch. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, diesen Verdienstausfall abzusichern.

Gerade dieses Thema wird bei der Gründung häufig unterschätzt.

3. Berufsunfähigkeit: Ihr Einkommen ist häufig Ihr größter Vermögenswert

Was passiert, wenn Sie nicht nur einige Wochen, sondern dauerhaft nicht mehr in Ihrem Beruf arbeiten können?

Für viele Selbstständige basiert praktisch die gesamte Finanzplanung auf ihrer Arbeitskraft. Fällt diese weg, fehlen nicht nur laufende Einnahmen. Auch Altersvorsorge, Vermögensaufbau und eventuell eine Immobilienfinanzierung müssen weitergetragen werden.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte deshalb frühzeitig geprüft werden. Bei Selbstständigen gibt es darüber hinaus Besonderheiten: Versicherungsbedingungen können beispielsweise Regelungen enthalten, ob und in welchem Umfang der Betrieb umorganisiert werden kann, bevor eine Berufsunfähigkeit anerkannt wird.

Gerade hier zeigt sich, warum ein reiner Preisvergleich häufig nicht ausreicht.

4. Liquidität: Nicht jedes Risiko gehört versichert

Eine gute Finanzplanung für Selbstständige besteht nicht darin, jedes denkbare Risiko mit einer Versicherung abzudecken.

Einige Risiken lassen sich besser über eine ausreichende Liquiditätsreserve auffangen. Gerade in der Startphase können schwankende Einnahmen, verspätete Kundenzahlungen zahlen oder ungeplante Ausgaben zu Problemen führen.

Deshalb sollte neben Versicherungen immer geprüft werden, wie hoch die persönliche und betriebliche Reserve sein sollte.

Versicherungen schützen vor großen Risiken. Liquidität schützt Ihre Handlungsfähigkeit im Alltag.

5. Altersvorsorge: Erst prüfen, dann entscheiden

Beim Wechsel in die Selbstständigkeit verändert sich häufig auch die Altersvorsorge. Wichtig dabei: Nicht jeder Selbstständige ist automatisch von der gesetzlichen Rentenversicherung befreit.

Bestimmte Berufsgruppen und beispielsweise Selbstständige mit nur einem Auftraggeber können rentenversicherungspflichtig sein. Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt deshalb ausdrücklich, den eigenen Status zu prüfen.

Erst wenn klar ist, welche Ansprüche bereits bestehen, sollte entschieden werden, wie die private Vorsorge ergänzt wird.

Mehr zu den finanziellen Fragen dieser Lebensphase finden Sie auf unserer Seite Selbstständigkeit finanziell sicher aufbauen.

Und was ist mit Rechtsschutz, Cyberversicherung und weiteren Policen?

Sie können sinnvoll sein – müssen es aber nicht in jedem Fall sein.

Ein IT-Unternehmen mit sensiblen Kundendaten besitzt beispielsweise andere Risiken als ein freiberuflicher Ingenieur ohne Mitarbeitende. Ein Unternehmer mit Büro, Personal und hohen Fixkosten benötigt wiederum eine andere Absicherungsstruktur als ein Solo-Selbstständiger im Homeoffice.

Deshalb halten wir wenig davon, einfach eine Standardliste abzuarbeiten.

Die richtige Versicherung ergibt sich aus Ihrem Risiko – nicht aus einer Checkliste.

Mensch statt Vergleichsrechner

Online-Rechner können Preise vergleichen. Sie können aber nicht beurteilen, welches Risiko für Ihre konkrete Selbstständigkeit existenzbedrohend ist, wie sicher Ihre Einnahmen sind oder welche finanziellen Ziele Sie in den nächsten Jahren verfolgen.

Genau deshalb wünschen sich viele Selbstständige einen festen Sparringspartner, der nicht nur einzelne Verträge betrachtet, sondern Absicherung, Liquidität, Altersvorsorge und Vermögensaufbau miteinander verbindet.

Sicherheit bei der Wahl eines neuen Ansprechpartners geben auch Erfahrungen anderer Kunden. Das WhoFinance-Profil von Tobias Riefe weist aktuell rund 460 geprüfte Bewertungen und eine Bewertung von 4,8 von 5 Sternen aus.

Fazit: Erst Existenz sichern, dann Vermögen aufbauen

Beim Start in die Selbstständigkeit muss nicht sofort alles perfekt geregelt sein. Wichtig ist vielmehr die richtige Reihenfolge.

Zunächst sollten Sie Risiken absichern, die Ihre wirtschaftliche Existenz gefährden können. Danach geht es um ausreichende Liquidität. Erst auf diesem Fundament folgen Altersvorsorge und langfristiger Vermögensaufbau.

So entsteht aus vielen einzelnen Finanzprodukten ein nachvollziehbares Konzept, das zu Ihrer tatsächlichen Situation passt.

Sie sind gerade in die Selbstständigkeit gestartet oder planen diesen Schritt? Vereinbaren Sie einen persönlichen Beratungstermin mit L&R FinanzKonzepte und lassen Sie uns gemeinsam prüfen, welche Absicherung Sie wirklich benötigen – und worauf Sie guten Gewissens verzichten können.

Tobias Riefe

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