Früher in Rente – und trotzdem keine Abschläge?
Die meisten Arbeitnehmer gehen davon aus, dass eine vorgezogene Altersrente zwangsläufig lebenslange Rentenkürzungen bedeutet. Was viele jedoch nicht wissen: Bereits ab dem 50. Lebensjahr besteht die Möglichkeit, spätere Rentenabschläge durch Sonderzahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung ganz oder teilweise auszugleichen.
Dieses Instrument wird erstaunlich selten genutzt, obwohl es insbesondere für gut verdienende Arbeitnehmer und Selbständige mit hoher Steuerbelastung sehr interessant sein kann.
Wie funktioniert das?
Wer seine Altersrente vor dem regulären Renteneintrittsalter beziehen möchte, muss normalerweise Abschläge in Kauf nehmen. Diese Abschläge gelten lebenslang.
Die Deutsche Rentenversicherung bietet jedoch die Möglichkeit, diese Rentenminderung durch zusätzliche Einzahlungen auszugleichen. Auf Antrag berechnet die Rentenversicherung den maximal möglichen Ausgleichsbetrag.
Welche Vorteile bietet diese Regelung?
✅ Höhere spätere Altersrente
✅ Vorzeitiger Rentenbeginn mit geringeren oder ganz ohne Abschläge
✅ Steuerliche Absetzbarkeit der Einzahlungen
✅ Flexible Einzahlung in Teilbeträgen möglich
✅ Auch interessant für Personen, die später doch länger arbeiten möchten
Wer kann diese Möglichkeit nutzen?
In der Regel kommen Versicherte infrage, die die Voraussetzungen für eine vorgezogene Altersrente erfüllen können. Hierfür sind meist mindestens 35 Versicherungsjahre erforderlich oder bis zum geplanten Rentenbeginn erreichbar.
Warum ist das Thema so interessant?
Gerade Personen zwischen 50 und 65 Jahren verfügen häufig über ein höheres Einkommen und damit über eine entsprechend hohe Steuerbelastung. Ein Teil der Einzahlung wird dadurch faktisch vom Finanzamt mitfinanziert.
Das Ergebnis kann eine attraktive Kombination aus:
- Steuerersparnis,
- höherer Altersrente und
- größerer Flexibilität beim Renteneintritt
sein.
Unser Fazit
Viele Menschen beschäftigen sich intensiv mit privaten Rentenversicherungen, Fonds oder ETFs. Die Möglichkeit, Rentenabschläge durch Sonderzahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung auszugleichen, wird dagegen oft übersehen.
Ob sich dieses Modell lohnt, hängt von Alter, Einkommen, Steuerbelastung und der persönlichen Rentenplanung ab. Eine individuelle Berechnung kann hier schnell mehrere tausend Euro Unterschied ausmachen.
Tipp: Lassen Sie rechtzeitig prüfen, welche Möglichkeiten die Deutsche Rentenversicherung in Ihrem persönlichen Fall bietet. Oft ergeben sich Chancen, die selbst langjährig Versicherte bisher nicht kannten. Der Formularname der DRV dazu: V0210
Autor: Benedikt Dernbecher, Geschäftsführer der F.A.D. Finanz- und Versicherungsmakler GmbH – seit über 30 Jahren unabhängiger Berater für Vorsorge- und Finanzlösungen. Weitere Informationen und Kundenbewertungen finden Sie hier bei www.whofinance.de