Eine empirica-Studie über Wohneigentum liefert dazu einen interessanten Befund:
Untersuchte junge Selbstnutzer mit hoher Kreditbelastung sparten monatlich 537 Euro beziehungsweise 21 Prozent ihres Einkommens. Vergleichbare Mieter kamen auf 179 Euro oder 7 Prozent.
Die Eigentümer sparten damit dreimal so viel – allerdings nicht ohne Verzicht.
Nach Abzug der Wohnkosten standen ihnen monatlich rund 300 Euro weniger für den übrigen Konsum zur Verfügung. Besonders deutlich waren die Einschränkungen bei:
🔹 Pauschalreisen: 39 Prozent weniger
🔹 Übernachtungen: 36 Prozent weniger
🔹 Restaurantbesuchen: 32 Prozent weniger
🔹 Freizeit und Kultur: 18 Prozent weniger
Das eigentlich Spannende daran:
Der Vermögensaufbau entsteht nicht allein durch den Besitz einer Immobilie. Er entsteht durch eine langfristige Finanzierung, konsequente Tilgung und die Bereitschaft, heutigen Konsum gegen zukünftiges Vermögen einzutauschen.
Genau dieser Mechanismus ist auch für Käufer einer Immobilie als Kapitalanlage relevant.
Dabei gibt es allerdings einen entscheidenden Unterschied: Bei einer vermieteten Immobilie sollte nicht allein das eigene Einkommen die Finanzierung tragen. Im Idealfall beteiligt sich der Mieter über die laufenden Mieteinnahmen am Vermögensaufbau.
Ob das tatsächlich funktioniert, entscheidet sich nicht am Verkaufsprospekt, sondern an den Zahlen:
🔹 Ist die Miete nachhaltig erzielbar?
🔹 Wie hoch ist der tatsächliche monatliche Eigenanteil?
🔹 Welche Kosten sind nicht umlagefähig?
🔹 Welche Rücklagen und Instandhaltungen sind einzuplanen?
🔹 Wie entwickelt sich die Restschuld?
🔹 Bleibt die Finanzierung auch bei Leerstand oder Reparaturen tragfähig?
Mein Fazit: Eine Immobilie ist kein automatischer Vermögensaufbau. Richtig ausgewählt und solide finanziert kann sie jedoch aus regelmäßiger Tilgung langfristig Eigentum schaffen.
Wer eine Immobilie als Kapitalanlage kaufen möchte, sollte deshalb nicht zuerst fragen:
„Wie hoch ist die versprochene Rendite?“
Die bessere Frage lautet: „Wie belastbar ist die gesamte Kalkulation?“
Sie möchten eine Immobilie nicht nur kaufen, sondern vorher realistisch durchrechnen?
Dann lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf Kaufpreis, Finanzierung, Mieteinnahmen und laufende Kosten werfen.