Und trotzdem wird das eigentliche Problem nicht gelöst.
Die meisten Deutschen diskutieren über die Höhe ihrer Rente.
Sie sollten über etwas ganz anderes sprechen.
Nämlich darüber, wer die Rechnung am Ende bezahlt.
Denn laut aktuellen Prognosen sollen die Rentenbeiträge ab 2028 deutlich steigen und in den Folgejahren weiter anziehen. Für viele Beschäftigte bedeutet das spürbar weniger Netto vom Brutto. (Quelle: Bild)
Was mich dabei erstaunt:
Kaum jemand stellt die entscheidende Frage.
Wie soll ein System dauerhaft funktionieren, wenn immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner finanzieren müssen?
In meinen Gesprächen mit Akademikern, Selbstständigen und Führungskräften erlebe ich oft dieselbe Denkweise:
“Ich zahle doch schon jeden Monat in die Rentenkasse ein.”
Ja.
Aber das ist keine Vermögensbildung.
Es ist die Finanzierung der aktuellen Rentnergeneration.
Der eigentliche Fehler passiert an anderer Stelle:
Viele verlassen sich auf ein System, das mathematisch immer stärker unter Druck gerät.
Währenddessen werden wichtige Fragen verdrängt:
• Wie hoch wird meine Versorgungslücke tatsächlich sein?
• Welche Vermögenswerte erwirtschafte ich außerhalb der gesetzlichen Rente?
• Wie unabhängig bin ich von politischen Entscheidungen?
Wer heute 40 oder 50 Jahre alt ist, wird die Auswirkungen der kommenden Reformen wahrscheinlich deutlich stärker spüren als die heutige Rentnergeneration.
Deshalb halte ich eine Aussage für unbequem, aber notwendig:
Die gesetzliche Rente ist mittlerweile eher ein Sicherheitsnetz als ein Ruhestandskonzept.
Wer seinen Lebensstandard im Alter halten möchte, braucht zusätzliche Vermögenswerte.
Und zwar früher, als die meisten denken.
Die eigentliche Rentenkrise beginnt nicht 2028.
Sie beginnt in dem Moment, in dem Menschen glauben, der Staat werde ihr Ruhestandsproblem alleine lösen.
Zustimmung oder Widerspruch:
Sollte Deutschland offen kommunizieren, dass die gesetzliche Rente künftig nur noch eine Basisversorgung sein wird – Ja oder Nein?