In den vergangenen Jahren wurden mir immer wieder Kapitalanlage-Immobilien in Zwickau angeboten.
Komplett kernsaniert.
Mit attraktiven Mietrenditen.
“Das rechnet sich hervorragend.”
“Das sollten Sie Ihren Kunden unbedingt anbieten.”
Ich habe trotzdem jedes Mal abgelehnt.
Nicht, weil die Immobilien schlecht gewesen wären.
Sondern weil ich den Standort kritisch gesehen habe.
Aus meiner Sicht war das Klumpenrisiko durch die Automobilindustrie einfach zu groß. Dazu kamen die demografische Entwicklung, der vergleichsweise geringe Zuzug und die Frage, wie sich der Wohnungsmarkt langfristig entwickelt.
Jetzt wird bekannt, dass Volkswagen laut Medienberichten sogar eine Schließung des Werks in Zwickau prüft. Für die Region wäre das ein massiver Einschnitt – weit über die direkten Arbeitsplätze hinaus. Zulieferer, Dienstleister und der gesamte Immobilienmarkt würden die Folgen spüren. Eine endgültige Entscheidung gibt es zwar noch nicht, aber allein die Diskussion zeigt, wie abhängig manche Standorte von einem einzelnen Arbeitgeber sind.
Genau deshalb schaue ich bei Immobilien nie nur auf den Kaufpreis oder die Mietrendite.
Ich frage mich immer:
✅ Wie entwickelt sich die Bevölkerung?
✅ Ziehen junge Menschen in die Region?
✅ Gibt es unterschiedliche Branchen und Arbeitgeber?
✅ Ist der Arbeitsmarkt breit aufgestellt oder hängt vieles an einem Unternehmen?
Diese Faktoren entscheiden häufig darüber, wie stabil ein Immobilienstandort in 10 oder 20 Jahren wirklich ist.
In fast 20 Jahren Beratung habe ich gelernt: Eine vermeintlich spektakuläre Rendite bringt wenig, wenn der Standort langfristig an Attraktivität verliert.
Deshalb investiere ich lieber dort, wo die wirtschaftliche Basis breit aufgestellt ist und die Zukunftsaussichten überzeugen. Wo viel Zuzug herrscht, steigen die Mieten von alleine, weil das Angebot knapper wird.