Konflikt im Nahen Osten - Bedeutung für die Kapitalmärkte
Die Luftschläge der USA und Israels auf den Iran sowie die Reaktion des Mullah-Regimes darauf schüren die Ängste vor einem großen Krieg in der Region. Der politische Ausgang eines solchen Konfliktes lässt sich nur schwer vorhersagen. Ob sich die aktuelle Marktschwankung als kurzfristiges Ereignis erweist oder eine längere Phase der Unsicherheit einleitet, hängt entscheidend von drei Faktoren ab: der Dauer des Konflikts, dem Ausmaß der Beeinträchtigung des Energietransports sowie dem politischen Endzustand.
Die Kapitalmärkte schauen durch solche Entwicklungen zumeist relativ schnell hindurch. Sie konzentrieren sich auf die harten wirtschaftlichen Fakten. Wirtschaftlich bedeutsam ist der Konflikt vor allem aus zwei Gründen. Zum einen, weil die Anrainerstaaten des Persischen Golfs zu den weltweit größten Produzenten fossiler Brennstoffe gehören. Zum anderen, weil Staaten wie Saudi-Arabien, Irak oder Kuwait ihre Gas- und Ölexporte durch die Straße von Hormus lenken müssen.
Der Konflikt dürfte den Inflationsdruck wieder ansteigen lassen. Steigende Inflationszahlen limitieren die Möglichkeiten von Zinssenkungen für die Notenbanken mit entsprechenden Auswirkungen auf Risiko-Assets wie Aktien, Rohstoffe, langlaufende Anleihen, Immobilien usw. Unsichere Zeiten eröffnen für langfristig orientierte Anleger jedoch gute Einstiegschancen für Neuanlagen.