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Nov 18

18. November 2011 von WhoFinance | Allgemein

Laufzeit der Altersvorsorge oft falsch berechnet

Hans-Josef Heckhausen, Ruhestandsplaner in Neuss, über finanzielle Absicherung im Alter

Das Arbeitsleben ist beendet, jetzt soll der Ruhestand genossen werden. Doch vielen Rentnern und Pensionären fehlt dazu das nötige Geld. Der Finanzexperte und Ruhestandsplaner Hans-Josef Heckhausen warnt vor den fatalen Folgen einer falsch kalkulierten Altersvorsorge.

WhoFinance: Herr Heckhausen, Finanzexperten gibt es viele. Wer aber braucht einen Ruhestandsplaner?
Hans-Josef Heckhausen: Zu meinen Kunden zählen Berufsanfänger genauso wie gestandene Unternehmer. Ihnen gemeinsam ist der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit im Alter. Und zwar bis zum Lebensende. Die meisten Mandanten kommen aus gut situierten Familien, die ihre bestehende Altersvorsorge überprüfen lassen wollen, weil sie oft das Vertrauen in ihren bisherigen Beratern verloren haben.
WhoFinance: Was machen Sie als Ruhestandsplaner denn anders als andere Berater?
Heckhausen: Ich helfe meinen Kunden, Fehler anderer Berater auszubügeln oder sie von Anfang an zu vermeiden. Die meisten meiner Kunden haben ein Eigenheim, besitzen Finanz- oder sonstige Bankprodukte. Letztere wurden ihnen in der Regel verkauft, ohne das der damalige Berater die Gesamtsituation der Anleger berücksichtigt hat. Oft werden drei fatale Fehler begangen: Die Laufzeiten der Altersvorsorge-Produkte werden falsch berechnet, Inflation und Steuern nicht kalkuliert, mögliche Mehrausgaben im Alter bleiben bei der Berechnung der Altersvorsorge unberücksichtigt.

WhoFinance: Worauf sollten denn Anleger beim Aufbau einer Altersvorsorge achten?
Heckhausen: Meist enden die Berechnungen für Produkte im Alter von 67 oder zum Zeitpunkt der voraussichtlichen Kapitalauszahlung. Dem Kunden wird eine stattlich Summe zum Ablauf des Vertrags vorgerechnet. Wie lange er aber mit diesem Geld auskommen kann, wird oft gar nicht untersucht. Ein heute 65-Jähriger hat nun mal sehr gute Chancen, auch seinen 90. Geburtstag zu feiern. Ein weiterer Fehler ist, dass nicht kalkuliert wird, wie Inflation und Steuern die Altersvorsorge schmälern. Mancher Berater versucht das mit dem Argument zu beschönigen, im Alter brauche man nicht mehr so viel Geld. Das ist ein Trugschluss: Das Haus will erhalten oder sogar altersgerecht umgebaut werden, viele Senioren wollen reisen, ihren Hobbys nachgehen, den Enkeln etwas schenken. Dazu kommt, dass die Kosten für Gesundheit im Alter oft stark steigen. Selbst heute gut situierten Familien droht ein persönliches Desaster, wenn diese Fehler nicht behoben werden.

WhoFinance: Wie kann ich solch ein Desaster verhindern?
Heckhausen: Im Rahmen einer Ruhestandsplanung wird eine Bilanz erstellt, die ein realistisches Bild der finanziellen Situation im Alter liefert. Wir rechnen dabei immer bis zu einer Lebensdauer von 95 Jahren und beziehen alle bestehenden Geldanlagen, Versicherungen, Rentenansprüche – ob staatlich oder vom Arbeitgeber – mit ein. Ergibt sich daraus ein Handlungsbedarf erhält der Kunde neben der Analyse auch einen Vorschlag, wie er seine Altersvorsorge auf sichere Füße stellen kann. Analyse und Handlungsvorschlag werden von Ruhestandsplanern gegen Honorar erstellt. Die Umsetzung kann der Kunde dann selbst vornehmen oder auch in unsere Hände legen.

WhoFinance: Wie kann ein Interessent einen guten von einem schlechten Berater unterscheiden?
Heckhausen: Er sollte beispielsweise auf eine Zertifizierung setzen. So werden Ruhestandsplaner vom Bundesverband Der Ruhestandsplaner Deutschland e.V. BDRD bei Erfüllung wichtiger Qualitätsmerkmale zertifiziert. Dann kann der Kunde sicher sein, dass sein Berater die hohen Ansprüche des Verbandes an die Qualität der Beratung erfüllt. Zertifizierte Ruhestandsplaner müssen eine Prüfung ablegen und sich jedes Jahr einer Nachzertifizierung stellen. Ansonsten ist es entscheidend zu prüfen, welche Interessenkonflikte ein Berater haben kann. Muss er bestimmte Produkte verkaufen, um eine vorgegebene Provisionshöhe zu erzielen? Darf er nur konzerneigene Produkte empfehlen? Ist er auf Abschlussprovisionen angewiesen um sein Geschäft zu betreiben? Ruhestandsplaner beraten unabhängig von Produkten und Anbietern, setzen alle die Produkte ein, die für den Kunden den größten Vorteil bringen und begleiten Kunden langfristig.