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Oct 09

09. October 2013 von WhoFinance | Geldanlage

Kommt die Zinswende?

Für Sparer wird es langsam Zeit, dass die Zinsen wieder steigen. Sie erhalten auf ihre Sparbücher teils nur spärliche 0,15 Prozent Zinsen im Jahr. Bei einer derzeitigen Inflationsrate von 1,6 Prozent machen sie also ein dickes Verlustgeschäft. Selbst Tagesgeldkonten sind reine Geldvernichtungsmaschinen, da auch für sie derzeit maximal 1,5 Prozent Rendite drin ist. Für Häuslebauer schaut die Lage dagegen anders aus. Sie freuen sich über die Niedrigzinsphase, weil sie günstig ihre Eigenheime finanzieren können. Langfristig jedoch werden die Zinsen wieder steigen. Nur wann genau die Zinswende kommen wird, darüber streiten sich die Experten noch.

 

Die Rolle der Amerikaner

 

Wer wissen möchte, in welche Richtung sich die Zinsen entwickeln, sollte einen Blick auf die USA werfen. Anders als erwartet, gewinnt die US-Wirtschaft in Amerika wieder langsam an Fahrt. Freilich beunruhigen die Meldungen über den Streit um den US-Haushalt. Die Börsen ließen sich davon allerdings nicht beeindrucken. Wird die Zahlungsunfähigkeit verhindert und verbessern sich die dortigen Aussichten für den Arbeitsmarkt, würde es für die amerikanische Notenbank Fed nur noch wenig Sinn machen, den Markt weiterhin mit billigen Zinsen zu überschwemmen. Bereits jetzt sind die Marktzinsen leicht gestiegen, weil die Experten einen solchen Schritt erwartet hatten. Je höher das Wachstum, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed die Zügel in der Geldpolitik anzieht.

 

In Europa kommt die Zinswende verzögert an

 

Eine positive Entwicklung in USA beflügelt die Zinsentwicklung in der Eurozone, wenn auch zeitverzögert. Selbst für Deutsche Staatsanleihen können Anleger mittlerweile wieder über zwei Prozent erzielen. Zumindest bei langen Laufzeiten erhalten Sparer somit auch nach Abzug der Inflationsrate wieder einem kleinen Überschuss. Wer noch alte Staatsanleihen mit Renditen um die Nullgrenze hat, sollte diese schnellstmöglich verkaufen, wenn auch mit Verlust. Ein weiterer Faktor für den leichten Anstieg ist die Entspannung in der Euro-Schuldenkrise. Weniger Anleger als zuvor suchen nach sicheren Häfen, um ihr Geld zu schützen.

 

WhoFinance Umfrage


Wir wollten wissen, wie das die Nutzer von WhoFinance sehen. Dafür hatten wir eine Umfrage gestartet, Ergebnis: 61 Prozent der WhoFinance Nutzer gehen davon aus, dass die Zinsen sich weder nach ob noch nach unten entwickeln. Nur elf Prozent der Umfrageteilnehmer denken, dass die Zinsen sogar weiter nach unten fallen werden. Knapp 30 Prozent gehen davon aus, dass die Zinsen bald wieder anziehen werden.

 

Steigen die Zinsen, fallen die Kurse

 

Erst vor kurzem erreichte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ihren höchsten Stand seit Frühjahr 2012. Für Anleger bedeutet die Zinserholung sowohl gute, als auch schlechte Nachrichten. Denn einerseits bedeutet ein Renditeanstieg fallende Kurse für Anleihen. Wer also verkaufen muss, würde weniger Geld zurückbekommen. Andererseits können steigende Renditen dafür genutzt werden, erneut Anleihen mit etwas höheren Kupons zu kaufen. Ihren historischen Tiefststand hatten die zehnjährigen Bundesanleihen bei 1,16 Prozent verzeichnet. Kurzlaufende deutsche Papiere waren vorübergehend sogar mit Negativrenditen gekauft worden. Denn wer Bundeswertpapiere kauft, leiht Vater Staat Geld. Anders als bei den kriselnden Nachbarstaaten, gingen die Anleger hierzulande davon aus, dass Deutschland seine Schulden zurückbezahlt – zumindest war das in der Vergangenheit so. Andere Staaten mussten tiefer in die Zins-Taschen greifen, damit Anleger ihnen ihr Geld anvertrauen wollen. Der Zinssatz ist also auch eine Art Risikoprämie.

 

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