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Nullzinspolitik der EZB gefährdet das Sparverhalten

Nach dem turbulenten Jahresauftakt an den internationalen Finanzmärkten und dem Kurssturz des DAX Anfang Januar bleiben die Börsen weiterhin in Unruhe. Nachdem China zu Jahresbeginn für internationale Kurseinbrüche sorgte, verlagerte sich der Schwerpunkt in den letzten Tagen nach Nordamerika, was unter anderem daran liegt, dass Peking den Wechselkurs nicht mehr abwerten lässt.

US-Märkte bereiten Anlegern große Sorge

Aktuell sorgen die Finanzmärkte der Vereinigten Staaten international für Unruhe, da das Vertrauen in das Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt nachlässt und die amerikanischen Finanzmärkte viele internationale Entscheidungen der Anleger beeinflussen. Im Fokus stehen dabei drei Entwicklungen, denen in den kommenden Wochen eine große Bedeutung zukommt.

Die unerwartete Verflachung der Renditekurve für amerikanische Staatspapiere

Die US-Notenbank Fed erhöhte Mitte Dezember nicht ganz unerwartet den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Viele Marktteilnehmer waren danach der Meinung, dass die Renditen für Anleihen mit längeren Laufzeiten ebenfalls steigen würden. Die Entwicklung war jedoch eine andere – seit Mitte Dezember verloren die Renditen amerikanischer Anleihen sogar rund 0,40 Prozentpunkte. Eine sich verflachende Renditekurve gilt als ein Indikator für ein langsameres Wirtschaftswachstum, aber nicht für eine bevorstehende Rezession. Experten rechnen dank dieser Entwicklung und der Finanzmarktdaten mit keiner weiteren Erhöhung des Leitzines durch die Fed.

Niedriger Ölpreis und starker US-Dollar

Eine weitere Bremse des Wachstums dürfte auch die Entwicklung des Ölpreises sein, der vor allem die starke US-Ölindustrie treffen dürfte. Zusätzlich schwächt die relativ starke US-Währung die Exportgeschäfte der USA, ein weiterer Anstieg der Inflationsrate gilt daher als unwahrscheinlich. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die europäischen Märkte aus.
Ein weiteres wichtiges Merkmal sind die Staatsanleihen. Die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in weiten Teilen der Welt veranlassen zahlreiche asiatische Großanleger zum Verkauf ihrer Aktien. Im Gegenzug investieren sie in Staatsanleihen aus Industrienationen. Der Renditenkurs für Staatsanleihen bleibt daher ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der internationalen Märkte.

Schwacher Aktienkurs von Banken beunruhigt die Anleger

Seit Jahresbeginn schwächeln vor allem die Aktienkurse der Banken und ziehen damit den Leitindex DAX weiter mit in die Tiefe. Diese Woche sank der DAX auf ein neues Jahrestief von 9270 Punkten. Neben der Deutschen Bank leidet die Credit Suisse in Europa am meisten unter starken Kursverlusten. Auch in den USA kämpfen die großen US-Banken mit den gleichen Problemen. Ein Grund für diese Entwicklung könnte in der stärkeren Regulierung der Banken und dem niedrigen Zins liegen. Aber auch die Digitalisierung der Branche mit den neuen Bankmodellen durch Fintechs könnte die traditionellen Geschäftsmodelle der Banken stärker bedrohen als bisher gedacht.

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